Anfrage zur Risikoprüfung bei hoher Berufsunfähigkeitsrente
Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist eine der wichtigsten Absicherungen für Arbeitnehmer und Selbstständige. Sie gewährleistet finanzielle Sicherheit, wenn eine Person aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen ihren Beruf nicht mehr ausüben kann. Doch gerade bei hohen BU-Renten, beispielsweise 4.000 Euro oder mehr pro Monat, kann die Risikoprüfung eine besondere Herausforderung darstellen.
Warum ist die Risikoprüfung wichtig?
Die Risikoprüfung dient Versicherern dazu, das individuelle Risiko eines Antragstellers einzuschätzen. Sie umfasst eine umfassende Analyse der gesundheitlichen Vorgeschichte, des Berufsrisikos und anderer relevanter Faktoren. Insbesondere bei hohen BU-Renten ist die Risikoprüfung oft strenger, da Versicherer ein größeres finanzielles Risiko eingehen.
Faktoren, die die Risikoprüfung beeinflussen
1. Gesundheitsprüfung
Bei der Antragstellung müssen detaillierte Gesundheitsfragen beantwortet werden. Versicherer prüfen dabei insbesondere:
- Chronische Krankheiten
- Psychische Erkrankungen (z. B. Depressionen, Burnout)
- Vorerkrankungen und Krankenhausaufenthalte
- Medikamenteneinnahme
- Sportliche Aktivitäten mit erhöhtem Verletzungsrisiko
Je höher die beantragte BU-Rente, desto detaillierter kann die Gesundheitsprüfung ausfallen. In einigen Fällen verlangen Versicherer zusätzliche medizinische Untersuchungen.
2. Berufsrisiko
Bestimmte Berufsgruppen gelten als risikoreicher als andere. Während Büroangestellte oder Akademiker meist geringere Risiken haben, sind Handwerker, Bauarbeiter oder medizinisches Personal aufgrund der physischen und psychischen Belastung häufig einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Versicherer können dies mit höheren Beiträgen oder Einschränkungen in der Police ausgleichen.
3. Höhe der BU-Rente
Eine BU-Rente von 4.000 Euro pro Monat oder mehr ist deutlich höher als der Durchschnitt. Versicherer achten darauf, dass diese Summe im Verhältnis zum aktuellen Einkommen steht. Grundsätzlich kann die BU-Rente maximal 60-80 % des letzten Nettoeinkommens betragen. Daher ist es wichtig, Einkommensnachweise vorzulegen, um eine realistische Absicherung zu gewährleisten.
4. Laufzeit der Versicherung
Die Wahl der Laufzeit beeinflusst die Risikoeinschätzung. Eine BU-Versicherung mit Schutz bis zum 67. Lebensjahr bedeutet für den Versicherer ein längeres Risiko. Daher können bei hohen Renten striktere Prüfungen erfolgen.
Strategien zur erfolgreichen Risikoprüfung
Wer eine hohe BU-Rente beantragen möchte, sollte sich gut vorbereiten, um Ablehnungen oder Risikozuschläge zu vermeiden.
1. Gesundheitsdaten sorgfältig dokumentieren
Falschangaben oder vergessene Erkrankungen können im Leistungsfall zu Problemen führen. Daher empfiehlt es sich, vor der Antragstellung eine Selbstauskunft bei Krankenkassen und Ärzten einzuholen. Dies stellt sicher, dass alle Angaben korrekt und vollständig sind.
2. Anonyme Risikovoranfrage stellen
Eine anonyme Risikovoranfrage ermöglicht es, bei mehreren Versicherern unverbindlich eine Einschätzung des individuellen Risikos einzuholen. Dies hat den Vorteil, dass eventuelle Ablehnungen oder Zuschläge nicht in einer zentralen Datei (wie der Sonderwagnisdatei) gespeichert werden und keine negativen Auswirkungen auf künftige Anträge haben.
3. Einkommensnachweise bereithalten
Da die BU-Rente eine Ersatzleistung für das entgangene Einkommen darstellt, verlangen Versicherer entsprechende Nachweise. Steuerbescheide, Gehaltsabrechnungen oder betriebswirtschaftliche Auswertungen (bei Selbstständigen) helfen, die beantragte Rentenhöhe zu rechtfertigen.
4. Spezialisierte Versicherungsmakler hinzuziehen
Ein erfahrener Versicherungsmakler kann helfen, den richtigen Versicherer zu finden und die Antragstellung optimal vorzubereiten. Makler kennen die Annahmekriterien verschiedener Anbieter und können gezielt Empfehlungen geben.
Welche Versicherer bieten hohe BU-Renten an?
Nicht alle Versicherer sind bereit, hohe BU-Renten abzusichern. Einige Gesellschaften haben sich jedoch darauf spezialisiert und bieten flexible Lösungen für Gutverdiener. Zu den bekannten Anbietern gehören beispielsweise:
- Alte Leipziger
- Swiss Life
- HDI
- Nürnberger
- Allianz
- LV 1871
Jeder dieser Anbieter hat unterschiedliche Annahmerichtlinien, weshalb eine individuelle Prüfung sinnvoll ist.
Fazit
Eine hohe BU-Rente von 4.000 Euro oder mehr pro Monat ist möglich, erfordert jedoch eine sorgfältige Vorbereitung und eine durchdachte Strategie. Die Risikoprüfung ist strenger als bei niedrigeren Renten, da Versicherer ein größeres finanzielles Risiko eingehen. Wer gesundheitliche Daten sorgfältig aufbereitet, eine anonyme Risikovoranfrage nutzt und sich von Experten beraten lässt, hat die besten Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss. Eine gute Absicherung sorgt für finanzielle Stabilität und Sicherheit im Ernstfall.
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